Über das Spiel

Über das Spiel

Der Zweite Weltkrieg - in Brett- und Computerspielen längst vielfach mit hoher Genauigkeit umgesetzt - war bislang in der TradingCards (TCG)-Szene weitgehend ein unbeschriebenes Blatt. Das liegt sicher einerseits an der Tatsache, dass der Zweite Weltkrieg ein sehr ernstes Thema ist, was eine Umsetzung als Kartenspiel nicht gerade einfach macht; zum anderen setzt gerade dieser Hintergrund eine hohe historische Genauigkeit und Komplexität voraus, die mit einem Kartenspiel bisher scheinbar schlichtweg nicht zu erreichen schien.

Doch nun gibt es History of War (HoW)- Die ultimative Herausforderung unter den strategischen Kartenspielen.


Der Zweite Weltkrieg wird bei HoW ausschließlich auf der Ebene des taktischen Kampfes der Einheiten selbst dargestellt -
 Vergeltungswaffen, Atombomben oder auch Namen von Personen, wie etwa von Generälen werden dabei bewusst genau so außen vor gelassen, wie die Darstellung von verfasungsfeindlichen Symbolen. Weder Gewalt- noch Kriegsverherrlichung liegen in unserem Interesse.

Ziel des Spiels ist die Eroberung von Länderkarten, die zusammen 15 Siegpunkte bringen müssen. Das Mittel zum Zweck sind hierbei natürlichen die besagten Einheiten - und HoW ist es gelungen, wirklich alle drei großen Bereiche in einem Spiel zusammenzuführen: den Kampf zu Land, zu Luft und zur See. Das zeichnet das Spiel besonders aus, denn selbst Computerspiele tun sich mit der Verbindung dieser drei doch so verschiedenen Einheitentypen schwer - meist bleibt es bei der Trennung Land/Luft oder See/Luft. In History of War aber können Spieler problemlos alle Einheiten wie Infanterie, Panzer, Artillerie, Jäger, Bomber, U-Boote und Kreuzer in einem Deck nutzen - und dabei wie von TCGs gewohnt aus einem großen Kartenpool frei wählen und ihr ganz eigenes Deck zusammenstellen.

Hier offenbart sich sogleich ein weiterer positiver Aspekt, der vor allem die Spieler mit kleinem Geldbeutel freuen dürfte:
Es gibt keine Seltenheitsstufen in HoW! Alle Karten einer Edition sind exakt einmal in einem verkauften Set vorhanden, d.h. man weiß, was man kauft und ist bereits mit wenigen Sets ausreichend für die gewählte Seite ausgestattet.

Haben wir eben noch von den Einheiten gesprochen, stellt sich natürlich die Frage, wie man diese bezahlt. Hier wurde ein auch in anderen TCGs gängiges Prinzip aufgegriffen, bei dem spezielle Karten die entsprechenden Ressourcen liefern. In HoW sind dies die Basisausbauten.

Diese Karten liefern aber nicht nur die wichtigen Technologiewerte (TWs) zum Bezahlen von Einheiten, Aktionskarten und Effekten, sondern besitzen darüber hinaus auch noch nützliche Eigenschaften, so dass sich für den Spieler schon die Auswahl seiner Basisausbauten spielentscheidend auswirkt. Ebenfalls besagte TWs liefern außerdem die
Landausbauten, die direkt in Ländern positioniert werden und somit gegnerischen Angriffen unmittelbar ausgesetzt sind - dafür aber ebenfalls über interessante Effekte verfügen. Die mit den TWs bezahlten Einheiten werden in die so genannte Aufmarschzone ausgespielt, aus der die Spieler dann jeweils in die von allen umkämpften Länder in der Mitte des Tisches verlegen. Die Einheiten selbst besitzen verschiedene Angriffswerte für die Teilbereiche Land, Luft und See sowie einen Verteidigungswert. Sogenannte Siegfahnen geben den Wert der Einheit an, den sie in einem Land zum Gewinn beisteuert.

Um das Spiel als Kartenspiel handhabbar zu halten, wurde bewusst auf eine noch detailliertere oder tiefergehende Aufsplittung der Werte aber auch auf Sonderwerte für Reichweite, Munitionsverbrauch, Moral und Ähnliches, wie man es aus anderen Spielen kennt, verzichtet. Solche speziellen Charakteristika von Einheiten werden hingegen durch einfach nutzbare Spezialfähigkeiten dargestellt, wodurch das Spiel stets flüssig bleibt. Auch die Regeln des Spiels konnten dadurch in einem angenehm überschaubaren Umfang gehalten werden. Bei der Umsetzung der Einheiten in Spielwerte bemühte man sich augenscheinlich um tatsächliche Vergleichbarkeit und historische Genauigkeit. Alle Karten im Spiel sind durch qualitativ hochwertige Illustrationen oder sogar Fotos des Zweiten Weltkriegs bereichert und bei den Einheiten finden sich sogar noch einige technische Angaben als Bonus.


Für Freunde des Strategiespiels mit hohem taktischen Anteil ist HoW somit sicher ein Muss - und dank der fehlenden Seltenheitsstufen der Karten ein bezahlbares noch dazu.